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Dienstag, 13. Februar 2018

Santa Cruz de la Sierra


So, nun bin ich wieder in Santa Cruz angekommen.  Die Stadt ist außer Rand und Band - Karneval  ! Das sind hier offizielle Feiertage. Im Stadtzentrum tobt eine Wasser - und Farben- Schlacht, überall Trubel und Musik.
Und hier schließt sich nun der Kreis. Ich möchte noch einmal nach Picacho  (siehe letzten Mai) und danach komm ich nach Hause. Aber erst ab in den Busch - und keine Meldung hier bis Ende März.  Aber wahrscheinlich ist alles bestens. Ich äußere mich wieder, wenn ich zurück bin und wieder Internet verfügbar ist.
Euch ebenfalls schöne Wochen derweil.  Bis bald wieder - LIVE 😊 (nicht alle, aber viele...)

Nationalpark Lauca

1. Tag:
Um 7 startete der Bus, das Dorf Putre - Tor zum NP Lauca - ist noch ziemlich einfach zu erreichen.  Allerdings quält sich der Bus in nur 2,5 Stunden von 0 üdM bis auf 3600 m hoch. Das bekam nicht allen - ein Mädel hat angefangen zu weinen wegen hämmernder Kopfschmerzen und kurz vorm Ziel musste sie sich übergeben (sie ist noch am gleichen Tag wieder runtergefahren, erzählte mir die Freundin später) .. Solche Sorgen hatte ich nicht und konnte, nach der schnell erledigten Zimmer -Suche, vergnügt wandern gehen und die tollen Ausblicke genießen und Ziegen /Schafe beobachten und auf ein Schwätzchen  in die Touristen-Info, zur Beratung bezüglich einer Schnapsidee,  die ich mir ganz ohne Schnaps in den Kopf gesetzt hatte...





2.Tag:
Vielleicht lag es an der kühlen, dünnen Luft - auf alle Fälle habe ich wie ein Murmeltier und schön lange geschlafen, um dann frohgemut loszuwandern, unterwegs Picknick - mit Kaffee vom Campingkocher,  wunderschön. Bis es sich zuzog und grau und kalt wurde und letztendlich zu regnen begann...



3.Tag:
So und jetzt kommen die Schnapsidee - Tage ! Zuerst will ich nach Parinacota,  ein altes Aymara - Dorf auf ca. 4600 m, welches mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar ist. Ein Taxi war natürlich viel zu teuer... habe noch im Dorf rumgefragt, ob irgendjemand sowieso dorthin muss. Fehlanzeige.  Und ich wollte auch keine Tour buchen, wo man dann immer nur mal kurz gucken darf und dann gleich wieder ins Auto muss. Ich wollte einfach ne Weile dort SEIN.Bleibt nur, zur Hauptstraße hoch (5km) und trampen (mag ich ja gar nicht und erst recht nicht, wenn ich meinen ganzen Kram dabei hab) und auf Glück hoffen. Kaum Verkehr.
"Dem Himmel näher" wirbt die einzige Unterkunft im Dorf, bei Señor Leonel. Und da hat es doch, ich staune, sogar da oben Wifi ! Das ist kaum zu glauben.
Und ja, liebe Heike in Ulm, da bin ich nun echt mal froh, daß ich scheinbar recht robust bin - und sowohl die Temperatur - Unterschiede innerhalb weniger Tage von um die 40 Grad einfach weg gesteckt habe wie auch die Höhen - Unterschiede von 4600 m ! Brauchte nur beim Wandern ein paar Pausen mehr als sonst.
das 10-Leute-Dorf Parinacota 

und ringsherum nix als Lamas



eine der ältesten Kirchen Chiles 



und Coca Cola schafft es
sogar bis hier hoch...


Das hat letztlich alles prima geklappt und auch das eher miese Wetter tat meiner Freude überhaupt keinen Abbruch ! Regen und sogar etwas Schnee, aber kurz war auch mal die Sonne da. Und zum Abendessen habe ich zum allerersten Mal Lama-Fleisch gegessen & für lecker befunden !
Die Jahresdurchschnitts Temperatur hier oben beträgt 4,5 Grad, hab ich irgendwo gelesen. ..brrrr. ..leben würde ich hier ja nicht wollen,  hier ist sicher alles sehr beschwerlich; aber cool, mal hier gewesen zu sein  !
4. Tag
Der Sonntag begann etwas beschwerlich, es war schlicht und einfach überhaupt niemand auf der Straße und so musste ich die ca. 5 km zurück zur Hauptstraße mit meinen 20 kg Gepäck wandern, was bei dieser Höhe und dem wenigen Sauerstoff ne ordentliche Herausforderung war. Aber von dort sammelte mich gleich der erste Camion auf. Ich wollte ein paar km weiter und noch ein kleines Stück höher zum Lago Chungara  ! Um den herum stehen mal gleich 3 Vulkane und im Wasser tummelten sich u.a. auch Flamingos.  Ich verbrachte einige Stunden dort, bis der Vulkan Parinacota mal kurz richtig aus den Wolken guckte. Eigentlich wollte ich hier 1 Nacht zelten,  aber das habe ich dann doch verworfen, die Nächte sind eisig hier oben.
Vulkan Parinacota 


Vulkan Pomerape 


Und so bin ich noch mal per Auto-Stop bis zur bolivianischen Grenze, wo eine Schlange von Lkw's auf Abfertigung wartete. Zu Fuß ging's fix, und danach ab ins erste Sammeltaxi und 2 Stunden Fahrt brachten mich zurück in die Zivilisation mit Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel  - 2 Stunden fast nix als Lama-übersäte Hochebenen.
Sehr toll war das ! Also all die letzten Tage.  Sehr beeindruckend  !


Mittwoch, 7. Februar 2018

Bunte Farben auf Beton

Fast wie eine kleine Open-Air-Galerie an der Mole von Arica, der nördlichste Küstenstadt Chiles :






Laut Reiseführer ist Arica langweilig und uninteressant,  ich fand es sympathisch und angenehm  (vielleicht einfach wegen des Kontrastes zu gerade eben ) - Palmen-bestandene Plazas, schmale Gässchen voller Marktbuden, die Empanadas gibt es hier auch mit Meeresfrüchten, der Pazifik,  Pelikane und Möwen,  Fischer und Boote ...einfach ganz normales Leben am Meer,  alles sehr nett für einen faulen Sommertag. Frischen Saft am Strand schlürfen,  Briefe schreiben,  Leute gucken. Und nun geht's ganz früh ins Bett und morgen sehr zeitig von 0 auf 3300 m ... da wird bestimmt die Luft knapp.





Nach nun schon wieder 2 Wochen habe ich auch langsam genug vom Rumziehen und freue mich auf bald wieder Hof - Leben,  ein bisschen Arbeit und wo länger bleiben  ! Ein paar Tage noch...

Dienstag, 6. Februar 2018

Atacama - Steine und Staub




Nach so viel Vorfreude kam die Ernüchterung  ! Das hier ist nicht so mein Ding. Das Dorf existiert nur für den Tourismus & es gibt nix außer Gästehäusern, Restaurants, Tourenanbieter, Schnickschnack - Läden. ... und alles ist brechend voll und sauteuer. Auch Camping - man zahlt fast 10 Euro nur für den Stellplatz,  und alles andere extra (Küchenbenutzung, Duschen, Telefon und Kamera aufladen...). Und das allertraurigste ist das Wetter, es regnet jeden Abend, teils auch nachts und deshalb sind aus Sicherheitsgründen fast alle Wander -Ausflugsziele gesperrt,  zu gefährlich.  SO hatte ich mir das natürlich nicht vorgestellt.
Die Natur rundherum ist recht ansehnlich, 2 Vulkane recken sich in den Himmel & sonst Steine, Sand,  Staub - dazwischen versteckte Lagunen, Geysire und kleine grüne Oasen.
Nach nur 3 Tagen habe ich schon genug von all dem Trubel und fahre weiter, gen Norden.  Erst mal ans Meer.

im Valle de la Luna

Valle de la Luna



endloses Nichts

wie ausgestorben in Toconao

Toconao

Samstag, 3. Februar 2018

Der lange Weg

Zwei Ecken stehen schon die ganze Zeit noch auf der Reisewunschliste und haben bisher nicht ins Programm gepasst, für ein Ziel muss ich nun bis zur nächsten Reise hierher warten, aber die zweite Ecke - nämlich die Atacama - Wüste und den Nationalpark Lauca im hohen Norden Chiles - will ich mir nun noch gönnen !!!
Natürlich klappt es dann meist nicht so, wie vorher gedacht bzw. geplant.  Die Reise dauerte dann doch ein paar Tage länger,  aber immerhin wollte ich ja auch mal fix den halben Kontinent von Ost nach West durchqueren (über 2000 km). Die erste Busverbindung klappte prima, schon die 2. nicht mehr. Wir standen 4-5 Stunden an der Grenze von Paraguay nach Argentinien  und warteten auf  unsere Abfertigung. ..Uff. .. ( im Bus eingesperrt,  keiner durfte raus !); und solchen Zeitverzug holt man danach natürlich nicht mehr raus. Der Bus kam nicht wie angekündigt gg.19 Uhr in Resistencia an sondern kurz vor Mitternacht.  Ich schlief derweil tief und fest, geweckt hat mich dort keiner...bloß gut, das bald darauf ein Buswechsel anstand,  beim Gepäck umladen  fiel dann auf, dass ich doch nun schon zu weit bin. Fast eine Stunde später nahm mich ein anderer Bus dieser Compania mit zurück zum Terminal.  Der Anschluss-Bus war da natürlich seit Stunden weg und ich durfte nun fast 20 Stunden warten auf den nächsten  (danach kannte ich fast alle, die am Terminal arbeiteten). Die Fahrt klappte dann wieder bestens, höchstens 45 Minuten zu spät in Salta - aber da hapert es am Anschluss. Nächste Tickets erst für übermorgen. ..Also noch mal Pause in Salta, hier hatte es mir ja schon 2x gefallen - Stadtbummel,  Gondelfahrt auf den "Hausberg" der Saltenos und nach 3 Nächten ohne Bett war es auch schön,  mal wieder in einem zu liegen und auszuschlafen  !
 





Und dann...kam die bestimmt schönste Busfahrt dieser ganzem Reise; einmal quer über die Anden, über den Jama-Pass mit 4206 m; vorbei an Salzseen, Lagunen mit Flamingos,  Herden von Lamas und Vicunas, wilde Esel,  Vulkane und schneebestäubte Berge am Horizont ! Grandios ! Wunderschön ! Schade nur, das so ein Linienbus nicht immer mal anhält, damit man diese Anblicke so richtig aufsaugen kann. Tolle Fahrt  !
Und kurz vorm Ziel: Regen ! Hä  ? Willkommen in der Atacama -WÜSTE...im Dorf San Pedro de Atacama .

Bilder folgen

Samstag, 27. Januar 2018

Chaotische Wochen - Chaco III


"Willkommen zurück zu Hause !" wurde ich von Gerd begrüsst, als ich nach nur einer Woche weg, zur Estancia Iparoma zurück kam. Marilyn hatte mich, nachdem sich die Absage aus Bolivien rumgesprochen hatte, gefragt, ob ich nicht für die 2. Januar-Hälfte wieder kommen würde. Da haben Andreas & Elvira ihren Jahresurlaub und sind nicht da - und helfende Hände wären sehr nötig. Ich kam zurück in freudiger Erwartung auf Küchen-Experimente, Zelten etc. mit Cindy und allgemein ein bisschen weniger Trubel. Und dann kam es - na klar - alles ganz anders. Just am gleichen Tag wie Elvira und Andreas reiste plötzlich auch Cindy ab. Sie musste ihr Visum verlängern, also mal kurz über die Landesgrenze - aber entschloss sich zu einem zweiwöchigem Spontan-Urlaub (eigentlich will sie noch Wochen oder gar Monate hier bleiben ). Ganz toll - ausgerechnet in DIESEN 2 Wochen; wo gerade eben ausser den Chefs noch 5 Leute zu tun hatten, war ich plötzlich mit noch einem französischem Voluntär ganz alleine. Die Arbeit türmte sich in allen Ecken. Chefin Marylin verfiel mal kurz in Panik, ich war stinksauer - meinte aber letzlich "Wir schaffen das schon irgendwie". Den schweigsamen Franzosen bringt nichts aus der Ruhe, mit stoischer Langsamkeit erledigt er die ihm zugewiesenen Aufgaben. Da bleibt für mich noch melken und Milch verarbeiten - zu Käse, Jogurt, Dulce de Leche - abwechselnd kochen für uns und auch mal anwesende Feriengäste, Küche putzen, Ferienzimmer vorbereiten und bei den anstehenden Renovierungsarbeiten helfen (die erledigen hauptsächlich Marilyn und Gabriel, der Gerd und die anderen 2 Arbeiter haben ja den ganzen Tag mit den Rindern, Schafen und Weiden vollauf zu tun).

mein Knoblauch-Chili-Käse
Erdnuss-Creme ala Doña Uschi :-)

Cindy und ihr selbstgebackenes Brot

Gabriel hilft fleissig beim Malern
Manchmal geht es drunter und drüber, aber Spass macht es schon auch noch (nachdem ich mich damit abgefunden hatte, dass die Freizeit jetzt knapper ist als gedacht) Und selbige bleibt schon auch noch - Zeit für Gespräche (so erzählte mir Gerd mal in Ruhe seine Lebensgeschichte - als Bauer und Viehzüchter, mit Theologie-Studium und einigen Jahren als Missionar); Zeit für eine Runde mit dem Rad oder zu Fuss - immer noch in Erwartung, einen Tapir zu treffen, aber es bleibt bei frischen Spuren... - und natürlich Zeit zum Lesen.
Marilyn hatte mir Bücher mitgebracht, die Lebensgeschichten mennonitischer Familien, die jetzt hier im Chaco leben; es begann zu Zeiten Stalins in Russland und die Flucht von dort, teils über Dtl. , hierher nach Paraguay. Auch allgemein zur Geschichte der Mennoniten und deren Flucht- und Wanderbewegungen durch die Jahrhunderte - und ich sprach mit ihr dann auch so einige Male über den Zwiespalt der Migranten, nie so ganz dazuzugehören, weder in der alten noch der neuen Heimat, über die Probleme speziell hier in Paraguay (nach einer Diskussion mit einem paraguayischen Feriengast hatte Marilyn eine schlaflose Nacht) und über die Bedenken der hier Lebenden bezüglich der bald anstehenden Wahlen im Land und das sich das Leben für sie schnell ändern könnte....

und 24 Stunden Natur-Kino - es gibt immer was zu gucken !




das Nandu-Kind & die Schildkröten streiten sich um die Bananen

Gabriel geht fischen, erfolgreich meistens

Ich könnte es hier noch eine ganze Weile aushalten, das Leben gefällt mir gut hier - der Paraguay-Besuch hat sich auf alle Fälle gelohnt ! Danke an Andrea & Klaus und Marilyn & Gerd für all die Erlebnisse !!!
Aber nun läuft auch mein Visum gleich ab und ich mach mal weiter - am Montag fährt mein Bus. Wohin? - Das erfahrt Ihr bald, auf alle Fälle ein Kontrast zu hier, soviel sei schon verraten :-).
Sonnige Grüße zu Euch !